Kabarett im Kino

Das neue Programm
2018/2019

 

 19. September
Christian Brückner liest „Roger Willemsen: Wer wir waren"


Der bekannte Schauspieler und Synchronsprecher Christian Brückner liest aus Roger Willemsens Buch „Wer wir waren“ und setzt dem 2016 viel zu früh verstorbenen TV-Journalisten, Moderator, Autor und Querdenker ein literarisches Denkmal.

Im Sommer vor seinem Tod arbeitete Willemsen an einem neuen Buch. „Wer wir waren“ sollte es heißen. Er sah sich die Gegenwart an, als wäre er schon viele Jahre weiter in die Zukunft gereist: Was machen wir gerade mit dieser Welt und mit unserem Leben? Warum machen wir das? Und vor allem: Warum machen wir es nicht anders, obwohl wir wissen, dass wir so in die Katastrophe schlittern? Roger Willemsen arbeitete an diesem Buch mit Entschiedenheit und Leidenschaft.

„Wer wir waren“ sollte im Herbst 2016 erscheinen, aber Willemsen hörte auf, zu schreiben, als er von seiner Krankheit erfuhr. Er trat auch nicht mehr auf. Kurz vorher hatte er im Rahmen der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern eine mitreißende Rede gehalten, in der er den Kern von „Wer wir waren“ formuliert hat. Sie war für ihn von großer Bedeutung und ist es für uns umso mehr: Es war sein letzter Auftritt, es ist sein letzter Text. Nun haben sich der Verlag und die Nachlassverwalterin Roger Willemsens dazu entschieden, diese Rede, diese Schrift als Buch zu veröffentlichen. Willemsens letzte öffentliche Worte, die deutlich machen, welch hellen Geist, messerscharfen Denker, klaren Visionär und sympathischen Intellektuellen dieses Land verloren hat.

Seine Lesereisen führten Willemsen auch nach Kronberg, wo er stets ein empathischer und wertgeschätzter Gast war. Dass diese „Zukunftsrede“ Roger Willemsens durch den weithin bekannten Synchronsprecher, Vorleser und Schauspieler Christian Brückner lebendig wird, ist l……...„eine Hommage an diesen außergewöhnlichen, klugen und nachdenklichen Menschen Willemsen.“


Christian Brückner wurde 1943 in Waldenburg/Schlesien geboren. Der Theaterschauspieler, Hörspiel- und Synchronsprecher wurde einem großen Publikum bekannt als Synchronstimme von Robert De Niro, als Off-Stimme in Dokumentarfilmen sowie als Rezitator und Interpret von Hörbüchern. Gemeinsam mit seiner Ehefrau betreibt Brückner seit 2000 einen eigenen Hörbuchverlag, der 2005 mit dem Deutschen Hörbuchpreis ausgezeichnet wurde. 1990 erhielt Brückner den Adolf-Grimme-Preis Spezial in Gold für „herausragende Sprecherleistungen“, 2006 den Lesewerk-Preis als Ehrenpreisträger. Brückner gilt gegenwärtig als erfolgreichster Sprecher Deutschlands.

 


17. Oktober
Stephan Bauer - "Vor der Ehe wollt' ich ewig leben"


Jeder kennt sie: die Müdigkeit in der Beziehung. Wenn man nach zehn Jahren ratlos in das Gesicht des Partners schaut und sich klar wird: Vor der Ehe wollte ich ewig leben. Fast jeder hatte mal so seine Träume von einem glücklichen und erfüllten Dasein. Und was ist davon übrig? Mit 25 heiratet man den Menschen, der einem den Verstand wegbu… - und mit 50 stellt man fest: Es ist ihm gelungen.

Aber ist die Ehe trotz hoher Scheidungsraten wirklich überholt? Sind Single-Leben, Abendabschlussgefährten und Fremdgehportale im Netz eine tragfähige Alternative? Kann man das alte Institut der Ehe nicht modernisieren? Für Männer ist es heute z.B. nicht wichtig, dass eine Frau kochen kann, sondern dass sie keinen guten Anwalt kennt. Der Mann weiß inzwischen ohnehin: Wer oben liegt, muss spülen. Wichtig ist heute nur noch, dass die Beziehung ausgeglichen ist: Einer hat recht, der andere ist der Ehemann.

Die Ehe hat doch auch ihre guten Seiten. Man kommt nach Hause und hat immer dieselbe Bezugsperson, die einen ablehnt. Eine Ehe muss auch nicht langweilig sein. Man kann auch Lebensversicherungen aufeinander abschließen, dann hat sie die tolle Spannung wer gewinnt. Es müssen eben ein paar Regeln eingehalten werden. Die wichtigste lautet: Treue. Viele Menschen können das nicht. Warum eigentlich nicht? Bei Tieren funktioniert das doch auch. Pinguine sind sich ein Leben lang treu – aber die sehen halt auch alle gleich aus…

Stephan Bauer geht mit gutem Beispiel voran, ist (nochmal) vor den Traualtar getreten, getreu dem Motto: "Heiraten ist Dummheit aus Vernunft“. Warum auch nicht? „Wir sind 5 Jahre zusammen, streiten viel, haben wenig Sex – dann können wir es auch offiziell machen."

Stephan Bauers neues Programm ist wie immer ein pointenpraller Mega-Spaß, aber auch eine offene Abrechnung mit der Single-Gesellschaft, erodierenden Werten und dem Gefühl von "alles geht".

 

 

14. November
Mathias Tretter - Pop


“In the future, everyone will be world-famous for 15 minutes.” Andy Warhol meinte es tatsächlich ernst, als er jedem diesen Quatsch versprach. Was einem Blondchen in Friedenszeiten eben so einfällt – herrlich naiv! Aus den 15 Minuten sind ja längst 140 Zeichen geworden. Zwar wird auch damit niemand zwingend berühmt, aber mitunter zumindest US-Präsident.

Was mit Casting-Shows begann, erreicht in Donald Trump nun endlich seinen sturmfrisierten Höhepunkt: Das Zeitalter des Amateurs. Blogger sind die neuen Journalisten, Hipster die neuen Bierbrauer, AfDler die neuen CDUler. Sänger kriegen den Literatur-Nobelpreis, Kinder erziehen ihre Eltern, das Oval Office ist der neue Hobbykeller. Und außenrum und untendrunter die Welt, die schlingert, dass es selbst den Profis schlecht wird. Die Zehner Jahre: Dilettanz auf dem Vulkan.

Die Auskenner dagegen heißen „Lügenbresse“ und „verschisenes Estäplischment“ (sic – wenn Rechte schreiben, führt das nicht zu Rechtschreibung). Einst hat man seine Mängel kaschiert, heute versteckt man seine Fähigkeiten. Wer Adorno zitiert, gilt als großkotzige Elitesau. Aber wenn man sagt: „Adorno? Sie meinen den neuen Fünftürer von VW?“ – dann ist man im Gespräch.

David Bowie, Prince, Leonard Cohen und George Michael mussten einfach sterben in dem Jahr, in dem alles Pop wurde. Mathias Tretter ist noch da. Lebendiger denn je, böse wie nie, mit dem Programm der Stunde: Pop – Politkomik ohne Predigt. Von einem Profi oraler Präsenz. Mit Plödeleien oberster Populistik. Peziehungsweise, ohne Pescheidenheit: 150 Minuten Ruhm.

 

 

12. Dezember
Werner Reinke & Biber Herrmann - Blödsinn & Blues

 


Wer zuviel Blödsinn macht, bekommt schnell den Blues.
Und wer den Blues hat, den rettet wieder der Blödsinn:-))

Biber Herrmann hat den Blues, als einer der besten Singer/Songwriter des Landes.
Werner Reinke hat den Blödsinn. Texte von Erhardt, Gernhardt, Ringelnatz und co.

Die brisante Mischung gibt's am 12.12. um 20 Uhr.

 

 

17. Januar
Anny Hartmann - Schwamm drüber?


Das (ALLER)Letzte zum Schluss!
"Frauen sind erstaunt, was Männer alles vergessen. Männer sind erstaunt, woran Frauen sich erinnern." (P. Bamm)

2018 – Politisch ein spannendes Jahr mit den großen Fragen: wer kommt? wer bleibt? wer geht? Und – in jedem Fall – wohin?

Bekommen Flüchtlinge nur noch Asyl, wenn sie sofort in ihr Heimatland zurückkehren – diesmal als Soldat der Bundeswehr?

Es war ein aufregendes Jahr, die Themenpalette schier unerschöpflich, denken wir nur an die FIFA Mafia WM in Russland oder die never ending GROKO Debatten - lassen Sie sich überraschen, wen und was Anny Hartmann in ihrem Jahresrückblick entlarvt. Witzig, charmant und intelligent bereitet sie die Ereignisse des vergangenen Jahres auf.

Je länger man Anny Hartmann zuhört, desto mehr fragt man sich: Das alles haben wir 2018 hinter uns gebracht?

Da fehlen einem doch die Worte ...
Anny Hartmann glücklicherweise nicht. Sie ist nicht nur eine kundige Fremden-führerin durch die Abgründe der Politik, sondern auch nicht auf den Mund gefallen. Deshalb macht ihr Jahresrückblick auch so viel Spaß!

Dabei hält sie sich gar nicht erst an Nebenschauplätzen auf, sondern legt den Finger immer mitten hinein in die Wunde. Dahin, wo es am meisten weh tut. Oder eben dahin, wo es am lustigsten ist.

Der besondere Jahresrückblick 2018

 


13. Februar
Inka Meyer - Der Teufel trägt Parka


Ein hochkomisches Plädoyer gegen den Wahnsinn der Schönheitsindustrie und für eine entspannte Weiblichkeit.

Die Botschaft der Mode- und Kosmetikbranche ist klar: „Frauen, Ihr lauft aus, werdet alt, seid zu fett und habt zu viele Haare.“ Um diesem Makel zu entgehen, klatschen sich schon Grundschülerinnen so viel Wimperntusche ins Gesicht, dass sie an der Schulbank sitzend vornüberkippen. Und der achtzigjährige Senior führt seine kanariengelbe Hippie-Jeans spazieren, dass man sich fragt: „Hat der Mann einen Schlag oder einen Anfall?“ Ist doch wahr. Vieles, was wir tragen ist untragbar, erschreckt nur die Katze und regt die Nierenfunktion des Hundes an.

Das alles wird von den Modekonzernen gestickt eingefädelt, damit sich ihre Gucci-Taschen mit unserer Kohle füllen. Die Chemie in den Schuhen macht uns krank, durch die Ananas-Diät sind wir ungenießbar. Aber mit dem Weizengras-Smoothie in der Hand hetzen wir weiter jedem Beauty-Trend hinterher. Und am Ende sind wir schön. Schön blöd. Doch wenn wir an die neunjährige Näherin in Bangladesch denken, dann sollten wir eigentlich gar nicht mehr in den Spiegel schauen.

„Der Teufel trägt Parka“ – das neue Kabarettprogramm von Inka Meyer: Witzig, relevant und brillant recherchiert. Und dieses satirische Schmuckstück begeistert natürlich auch die Herren der Schöpfung. Denn für die Männer gilt genauso: „Schlägt der Arsch auch Falten, wir bleiben stets die Alten.“ Außerdem wird hier endlich Adams uralte Frage geklärt: „Was treibt diese Frau eigentlich so lange im Bad?“

 

20. März
Onkel Fisch - Populisten haften für ihre Kinder
Ein satirisches Überlebenstraining für Politikverdrossene

Action-Kabarett und Satire der Extraklasse

Wer im Politik-Dschungel dem gemeinen Populisten in freier Wildbahn begegnet, der sollte die nötige Survival-Ausrüstung dabei haben: Ein hysterieabweisendes dickes Fell, eine Polit-Parasiten-Impfung und ein klares Profil für einen sicheren Stand.
Das Satire-Duo ONKeL fISCH hat den Erste-Hilfe-Rucksack geschnürt und wagt sich tief in den Sumpf der einfachen Wahrheiten. Dorthin, wo einige Fragen noch ungeklärt sind:
Gelten die Menschenrechte für alle Menschen?
Was genau ist die Alternative zu Fakten?
Gibt es eigentlich auch „Verschwörungspraktiker“?

In ihrem neuen abendfüllenden Programm streiten, singen, tanzen und spielen sich die Bewegungsfanatiker von ONKeL fISCH durch ein Politik-Survival-Action-Kabarett.
Das Motto: Gemeinsam Populisten im Lachen untergehen lassen.

 


3. April
Stefan Waghubinger - Jetzt hätten die guten Tage kommen können

 

In seinem dritten Soloprogramm hat es Waghubinger ganz nach oben geschafft. Auf

dem Dachboden der Garage seiner Eltern sucht er eine leere Schachtel und findet den,
der er mal war, den, der er mal werden wollte und den, der er ist.
Es wird also eng zwischen zerbrechlichen Wünschen und zerbrochenen Blumentöpfen,
zumal da noch die Führer der großen Weltreligionen und ein Eichhörnchen auftau-
chen.
90 Minuten glänzende Unterhaltung trotz verstaubter Oberflächen. Aber Vorsicht, zwi-
schen den morschen Brettern geht es in die Tiefe.
„Es ist tieftraurig und zugleich zum Brüllen komisch, banal und zugleich verblüffend
geistreich, zynisch und zugleich warmherzig. Vor allem aber ist es eins: verdammt gut.”
Böblinger Bote
„Federleicht und geschliffen Es gibt nur wenige Kabarettisten, die es mit Waghubingers
Formulierungskunst aufnehmen können- und es gibt nur ganz wenige Kollegen, bei
denen geschliffenen Texte so federleicht durch den Saal schweben.”
Allgemeine Zeitung Mainz
„Plötzlich hat man keinen Boden mehr unten den Füßen und dann hat man Angst
ohne Grund” (aus: „Jetzt hätten die guten Tage kommen können
 

 

Beginn der Kabarettabende ist jeweils um 20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr.
Karten gibt es im Vorverkauf unter www.kronberger-kulturkreis.de oder direkt in den Kronberger Lichtspielen, Friedrich-Ebert-Straße 1, 61476 Kronberg im Taunus zum Preis  von 20/25 Euro, erm. für Schüler und Studenten 15/20 Euro (zzgl. Online-VVK Gebühr)


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